Ralph Dalibor

Beratung – Training – Mediencoaching

Wofür eignen sich WhatsApp und Co? (Teil 2: Threema)

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Nachdem ich bereits von ein paar Wochen die Leistungen von WhatsApp kurz skizziert habe, möchte ich mich heute mit dem Messenger Threema beschäftigen. Beginnen wir mit dem eher ungewöhnlichen und etwas sperrigen Namen. Was bedeutet Threema? Das Wort ist ein Akronym. Es basiert auf: „End-to-End-Encrypting Messaging Application“ Damit nicht 3 mal der Buchstabe „E“ auftaucht, wurde das mit dem Zahlwort „Three“ gelöst. Der Rest ist ergibt sich dann von selbst. Es sind die Anfangsbuchstaben der letzten beiden Worte. 

Der Name ist bei Threema auch Programm. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung war von Anfang an der Standard bei diesem Messenger. Im Vergleich: WhatsApp hat erst in diesem Jahr eine entsprechende Verschlüsselungstechnologie eingeführt. (Und ob die wirklich funktioniert, ist bislang noch nicht durch externe Spezialisten geprüft worden.) Threema wurde von Schweizer Manuel Kaiser entwickelt und ging 2012 online. Im Jahr 2014 war Theresa die meistverkaufte App im Apples iTunes-Store. Einen enormen Zuwachs bekam Threema Anfang 2014. Innerhalb eines Tages wuchs die Nutzerzahl um 400.000. Grund war der Kauf von WhatsApp durch Facebook. Im April 2016 waren es ca. 4 Millionen Nutzer; davon rund 3 Millionen im deutschsprachigen Raum (D/A/CH).

Datenschutz hat Priorität 1

Das Thema Sicherheit steht bei Threema ganz oben auf der Prioritätenliste. Schon von Anfang an gab es eine  Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Gleichzeitig wurden alle Informationen, die zwischen dem Threema-Server und dem Nutzer ausgetauscht wurden, verschlüsselt. Ob und wenn ja, mit welchem Aufwand solcher Verschlüsselungen geknackt werden könnten, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Allerdings wurde Threema im November 2015 von der cnlab security AG, einem IT-Sicherheitsdienstleister aus der Schweiz, auditiert und für sicher befunden. Außerdem hat Stiftung Warentest im Februar 2014 Threema als einzigen von fünf untersuchten Messengern als unkritisch in Sachen Datenschutz eingestuft. Ein weiterer Pluspunkt bei der Sicherheit: Alle Threema-Server stehen nach Angaben des Unternehmens in der Schweiz und unterliegen damit den Schweizer Datenschutzgesetzen.

Ampelsystem schützt Kontakte

Besonders interessant ist bei Threema der Umgang mit Kontakten. Der Messenger hat ein Ampelsystem. Es gibt drei Sicherheitsstufen.

  1. Es gibt keinen Eintrag von einer Person im eigenen Adressbuch. Deshalb steht nicht fest, ob die Person auch wirklich die ist, für die sich sich ausgibt. Das ist besonders bei „man-in-the-middle-Attacken“ wichtig. Farbe für solche Kontakte: Eine Punkt in rot
  2. Telefonnummer und E-Mail wurden in den eigenen Kontakten gefunden. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Nutzer den Gesprächspartner kennt. Allerdings ist das nicht die höchste Sicherheitsstufe. Die Farbe dieser Kontakte ist Orange und der Kontakt bekommt 2 Punkte.
  3. Wirklich sicher ist nur die dritte Variante. Da wurden bei einem persönlichen Treffen die Daten mittels eines QR-Codes verifiziert. Diese Variante bekommt drei grüne Punkte.

Auch Dokumente können verschickt werden

Weitere Features bei Threema sind der obligatorische Gruppenchat. Es gibt eine Besonderheit: Jegliche Kommunikation in der Gruppe ist verschlüsselt. Damit Threema selbst nicht weiß, wer zur Gruppe gehört, werden alle Informationen vom Server einzeln verschickt. Dadurch sind weder Gruppengröße noch die Mitglieder eruierbar. Selbstverständlich können mit Threema auch Audio-, Video- und Bilddateien verschickt werden. Und eine Besonderheit: Mit Threema können auch Dokumente (z.B. Präsentationen) versendet werden.

Für Unternehmen bietet Threema seit März 2015 auch den Dienst „Threema-Gateway“ Ähnlich einem SMS-Gatewaydienst lassen sich damit Informationen übermitteln und empfangen. Allerdings werden wie bei Threema üblich, alle Daten verschlüsselt zugestellt. Genutzt werden kann das z.B. für den sicheren Versand von mTAN, eTAN oder Einmal-Passwörtern, Alarmierungen für Blaulichtdienste oder als sicherer Newskanal für interne Firmenkommunikation oder gar für vertrauliche Kundenkommunikation.

Fazit: Auch wenn Threema nicht den Verbreitungsgrad von WhatsApp hat und vermutlich auch in nächster Zeit nicht erreichen wird, spricht doch einiges dafür, diesen Messenger gerade für sichere Kommunikation zu nutzen. Das gilt vor allem für die interne Kommunikation, als auch für externe Kundenkommunikation. Welcher Kunde hätte wohl etwas gegen sichere Kommunikation?

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