Ralph Dalibor

Beratung – Training – Mediencoaching

Ist die Teamarbeit am Ende? Was wir von Fernsehmachern lernen können.

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Seit ein paar Jahren läßt sich – zumindest  in der Politik – eine Teammüdigkeit erkennen. Immer mehr Länder kehren dem Gedanken an Zusammenarbeit den Rücken. Es werden immer mehr, die Partikularinteressen vertreten: In Deutschland Pegida und AfD, in Frankreich Le Pen, in den USA Trump, in der Türkei Erdogan, in UK der Brexit, in Polen Kaczynski, in Ungarn Orban…. Die Frage ist: Ist das eine Rückkehr zu römischen Tagen? Ist „divide et impera“ die alte/neue Idee wieder maßgeblich? Das wäre kein gutes Signal. Denn viel von der derzeitigen Situation ist der Teamarbeit geschuldet. Beispielsweise haben es Menschen aus verschiedenen Ländern gemeinsam geschafft, den Frieden in Europa zu sichern. Es gibt sicher noch viele weitere Beispiele, die diese Liste ergänzen könnten. Doch Politik ist nicht mein Thema. Die Menschen sind es.

Wenn der Trend aus der Politik sich auch in den Unternehmen fortsetzen würde, wäre das für viele Firmen eine Katastrophe. Der Grund: Teamarbeit ist die Basis der Unternehmensphilosophie und auch des Erfolges. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“. Dieser Gegenentwurf zur römischen Doktrin ist erfolgreich. Teamarbeit wird in unterschiedlichsten Formen genutzt. Sowohl in der Administration, als auch in der Produktion. Es muss nicht jeder alles können oder wissen, wenn es einen anderen im Team gibt, der über genau die benötigten Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt. Dieses System funktioniert unter einer Voraussetzung: Alle teilen ihr Wissen mit den anderen im Team. Alle sind verantwortlich für Erfolg und auch Misserfolg des Teams. Doch genau an dieser Voraussetzung scheitern Teams immer wieder. Neue Mitglieder werden inkl. Know-how erst einmal ausgegrenzt, unbeliebte werden gemobbt oder es stellt sich beim gesamten Team eine „Scheiß-egal-Stimmung“ ein. Jeder kümmert sich dann nur noch um seinen eigenen Kram und fühlt sich nicht mehr für sein Team und dessen Ergebnisse verantwortlich.

Wettbewerb im Team ist manchmal schädlich

Zum Teil haben Unternehmen diesen Gedanken selbst implementiert, in dem sie auch in Teams den Wettbewerb anfachen. Im Fußball mag das ein probates Mittel sein, aber in einem Unternehmen? Da gibt es (meist) keine Zweit- oder Drittbesetzung für eine Aufgabe. Da ist Wettbewerb machmal der Anfang einer Kanibalisierung des Teams. Wenn die Mitglieder eines Teams beginnen die Schnittstellen – also die Bereich, in denen Know-how gewissermaßen „überlappend“ vorhanden ist – auszudehnen, wird es gefährlich. Dann versucht jeder, seine Einflusssphäre auszuweiten. Das ist das Ende des Teams. Zwar wäre die Summe der Fähigkeiten zusammengerechnet enorm gestiegen, dennoch geht die Leistungsfähigkeit zurück. Grund: Es fehlt der Austausch als Basis für gemeinsame Lösungsansätze.

Schnell handeln

Diesem Zustand sollte ein Unternehmen schnellstmöglich entgegen wirken. Denn das Ergebnis, dass einzelne Mitarbeiter erzielen, ist meist wesentlich schlechter, als das eines Teams. Ein Beispiel: Nehmen wir einen Kameramann, einen Redakteur, einen Beleuchter und einen Tontechniker. Alle zusammen sollen einen TV-Beitrag erstellen. Der Redakteur weiß zwar, welche Bilder er braucht, kann aber die Kamera nicht bedienen. Der Beleuchter weiß, wie die Story aussehen sollte, kann aber nicht Geschichten erzählen, usw. Wenn jedes Mitglied dieses Teams versucht, den Beitrag allein zu erstellen, klappt es ganz sicher nicht. Nur wenn alle ihre Kompetenzen einbringen, sehen wir abends in den Nachrichten einen guten Beitrag; mit klarem Aufbau, guten Bildern, sauberem Ton und das Ganze gut ausgeleuchtet. Teambuilding lautet auf Neudeutsch das Zauberwort! Eine Gruppe von Menschen zu einem Team formen.

Kontinuität als Prophylaxe 

In jedem Unternehmen gibt es Teams, die gut zusammenarbeiten und andere, die genau das nicht machen. Und auch gute Teams können nachlassen, beispielsweise, wenn ein neues Teammitglied hinzu kommt. Ganz gleich, welche Ursachen für die Unruhe in einem Team verantwortlich sind, meist kann da schnell wieder etwas zum Guten geändert werden. Die Methode: Ein Team, ein Raum und ein Tag Zeit. Meist reichen diese Zutaten aus, um das Team wieder produktiv zu machen. Schwelenden Konflikte werden offengelegt und ausgetragen. Widersprüche beseitigt. Zusammenarbeit wieder möglich. Viele Unternehmen setzen auf kontinuierliche Teamtage einmal im Quartal, in denen das Team sich selbst zum Thema hat. Bei neuen Teams sollte ein Teamtag am Beginn der Zusammenarbeit ein Muss sein! Zumindest, wenn man Erfolg haben will!

 

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